Dirk Wunderlichs Objekte (Ausschnitt der Ausstellungsrede Oktober 2010)

Dirk Wunderlichs Objekte sind derart wundersam wie eine Reise zum Mittelpunkt der Erde. Sie scheuen jeden Vergleich ganz wie scheue Wesen, die nur wenige je sehen durften. Wie in Formalin schwimmend gehütete Präparate, in hermetisch abgeschlossenen Vitrinen ausgestellt, würden sie das Originäre, Rätselhafte, Zerbrechliche in ihnen nur noch mehr betonen, um sich zugleich jenen entziehen, die sie kunst-wissenschaftlich sezieren zu erfassen suchen.

Diese fossilen Formwelten entpuppen sich als skurrile wie melancholische Redukte von Insekten, Säugern, Floralem. Wie eine Fata Morgana oder ein Gral offenbaren sich dem Betrachter kurz vergangene Jahrtausende. Mit schwungvollen, dreidimensional gewordenen Linienbögen skizziert der Bildhauer raumgreifend verblüffend leicht nicht mehr und nicht weniger als so gewichtige, allumspannende Fragen wie die nach unserer Herkunft, unserem Werden, Vergehen und dem, was bleibt.

Silke Voß, 29.10.2010

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